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Tipps & Tricks für Schottlandreisen

Links fahren

Auch wir hatten - wie wahrscheinlich alle Neulinge - gehörigen Respekt vor dem Fahren auf der für uns "falschen" Straßenseite. Nach den ersten 3.000 km in Großbritannien können wir aber sagen: Völlig zu Unrecht! Die Briten fahren im Allgemeinen sehr zurückhaltend und rücksichtsvoll. Außerdem sind Beschilderung und die Piktogramme auf den Straßen äußerst hilfreich.
Tipp für alle Neulinge: Sucht euch bei der Ausfahrt aus dem Fährhafen einen Einheimischen und fahrt ihm einfach eine Weile nach. Bei uns hat's höchstens zehn Minuten gebraucht, bis wir das Linksfahren "drin" hatte. Den Aufkleber auf dem Armaturenbrett "drive left" haben wir eigentlich gar nicht gebraucht. Und bleibt gelassen ... wenn's hektisch wird (plötzliche Ausweichmanöver o.ä.), verfällt man instinktiv in den Rechtsfahrmodus.

Single-Track-Roads

Auch beim Thema Single-Track-Road waren wir zunächst äußerst skeptisch und haben uns auch aus diesem Grund für die erste Schottlandreise ein eher kleines WoMo ausgesucht. Aber auch hier war unsere Sorge völlig unbegründet. Im Gegenteil - die Straßen mit der Einzelfahrbahn haben eher Vor- als Nachteile. Denn da der reisende Wohnmobilist in der Regel verhältnismäßig langsam unterwegs ist, bieten die Single-Track-Roads mit den regelmäßigen Ausweichstellen viel bessere Möglichkeiten den nachfolgenden Verkehr überholen zu lassen als eine "normale" Landstraße mit zwei Fahrspuren. Freundlich wie die schottischen Autofahrer nun mal sind wird sich heftig bedankt ... per Warnblinker, Hupe oder durch die aus dem Fenster gestreckte winkende Hand. Auf Islay auch gerne mal alles zusammen. Die "Passing Places" sind im übrigen so regelmäßig und in so kurzen Abständen angeordnet, dass man keine Sorgen haben muss, bei Gegenverkehr nicht rechtzeitig ausweichen zu können. Oft war der Gegenverkehr bereits vor uns zum Ausweichen links ran gefahren um uns passieren zu lassen. Wir bedanken uns natürlich auch immer freundlich.

Tipp: Ausgewichen wird grundsätzlich in Passing-Places auf der linken Seite - niemals nach rechts. Steht bei Gegenverkehr nur eine Ausweichbucht auf der rechten Seite zur Verfügung, bleibt man einfach mitten auf der Straße stehen und ermöglicht dem entgegenkommenden das Ausweichen in "seine" Bucht.

Camping und Campingplätze

Übernachten auf den Campingplätzen ist in Schottland relativ teuer. 2016 kann man - abhängig von Lage und Ausstattung - für ein WoMo mit zwei Erwachsenen mit rund 20 £ pro Nacht rechnen.
Mitglied im "Caravan and Camping Club" muss man übrigens nicht unbedingt sein. Bei unserer Reise war das lediglich für den Platz in Luss Bedingung und bei dem mussten wir zusätzlich auch noch gleich für zwei Nächte buchen (und zahlen, obwohl wir nur eine Nacht blieben). Im Nachhinein können wir sagen: Das war völlig überteuert. Alle anderen Plätze des CCC wollten unsere Mitgliedskarte gar nicht sehen.

Als Neulinge haben wir die Nächte relativ häufig auf Campingplätzen verbracht. Dazu haben wir in der Regel im Verlauf des Vormittags beim nächsten geplanten Platz angerufen und nachgefragt, ob für uns ein Platz (Pitch) frei wäre und bis wann wir spätestens ankommen dürfen. Bis auf den Platz auf Skye hat das bestens funktioniert. Sucht euch für das Ziel am besten einige Ausweichplätze, falls der gewünschte Platz mal nichts mehr frei haben sollte.

Mit der Erfahrung unserer ersten Reise nach Schottland würden wir beim nächsten mal durchaus öfter auch einfach frei stehen. Solange es nicht explizit verboten ist ("no overnight parking") und man niemanden behindert, findet man eigentlich überall ein nettes Plätzchen. Natürlich stellt man sich nicht auf privaten Grund, hinterlässt keinen Müll und verhält sich auch sonst so, wie es sich für einen Gast in einem fremden Land gehört.

Tipp: Wer dem Touristenrummel am Loch Ness entgehen will und darum das Ostufer entlang fährt, kommt nicht nur in den Genuss einer idyllischen Single-Track-Road, sondern findet auch fast garantiert ein nettes Plätzchen zum Übernachten. Abends das Plätschern des Loch Ness beim Einschlafen hören ... unbezahlbar!

Fähren

Die Fähre von Amsterdam nach Newcastle (und natürlich zurück) sollte man schon sehr früh buchen. Erstens sind die Plätze für Wohnmobile durchaus begrenzt und zweitens wird's im Laufe der Zeit einfach teurer. Einen besonderen Frühbucherrabatt gibt's bei DFDS nicht - die Preise ziehen einfach nach und nach an.

Die Fähren nach Islay hatten wir auch bereits von zuhause aus gebucht, da unser Reisetermin auf die Insel relativ früh fest stand. Von Mallaig nach Armadale (Isle of Skye) haben wir morgens in aller Frühe direkt im Terminal gebucht. Die fährt recht häufig, so dass man hier auch telefonisch keine Probleme bekommen sollte.

Achtet auf den Fähren bitte darauf, eine evtl. vorhandene Alarmanlage auszuschalten. Es ist für alle Reisenden schon ziemlich nervig, wenn man ständig das Gehupe einer AA hört und der Halter es evtl. gar nicht mitbekommt.

Castles

Nicht alles was sich in Schottland Castle nennt kann auch wirklich als solches bezeichnet werden. Oft steht nur noch eine bröcklige Außenhülle. Nur wenige Castles sind mehr oder weniger gut ausgestattet oder sogar noch bewohnt. Hier trumpfen vor allem die in Privatbesitz befindlichen Häuser wie Inveraray, Dunvegan oder Blair Castle auf. Die Besitzer legen viel Wert auf authentische Ausstattung und die Darstellung der Familiengeschichte.

Wer einige Castles und/oder Abteien besichtigen möchte, sollte sich überlegen ob es nicht Sinn macht einen der "Explorer-Pässe" zu erstehen. Damit kann man in einem bestimmten Zeitraum beliebig viele Objekte besichtigen, solange sie im Pass enthalten sind. Verbreitet sind das "Discover-Ticket" des "National Trust for Scotland" und der "Explorer Pass" des "Historic Environment for Scotland". Außerdem gibt's noch den "Scotish Heritage Pass". Der enthält noch mehr Sehenswürdigkeiten, ist aber mit fast 70 £ deutlich teurer. Informiert euch über die entsprechenden Webseiten, welche Objekte im Preis enthalten sind und entscheidet dann, welchen Pass ihr sinnvollerweise erwerben möchtet. Besucht man z.B. Edingurgh und Stirling Castle kommt man bereits auf 30 £ für die Eintrittsgelder. Plant man zusätzlich noch zwei bis drei weitere Castles oder Abbeys zu besuchen, rechnet sich so ein Ticket auf jeden Fall. Weiterer Vorteil: Man muss sich z.B. im Edinburgh Castle nicht in die Schlange stellen, sondern kann den "Fast Track" nutzen.

Wir hatten uns für den "Explorer-Pass" entschieden. Der 7-Tage-Pass ermöglicht den Besuch von beliebig vielen Sehenswürdigkeiten an 7 von 14 Tagen und kostet im Moment 40 £ für einen Erwachsenen.

Whisky

Wenn es sich nicht um wirklich spezielle Abfüllunge oder Raritäten handelt, macht es keinen Sinn sich in Schottland mit Whisky einzudecken. Der ist in der Regel einfach viel zu teuer. Alles was normal auf dem Markt zu bekommen ist, erhält man in Deutschland meist deutlich günstiger. Grund sind die immensen Alkoholsteuern, die die Destillerien zu zahlen haben. Hinzu kommt die normale Mehrwertsteuer. Die Schotten scheinen das zu wissen, denn sie sind nicht überrascht wenn man als Deutscher keinen Whisky im Shop ersteht. Wir haben unser Reisegeld dann lieber in Merchandising-Produkte investiert.

Tipp: Die Destillerien bieten oft (auf Islay z.B. zum "Feis Ile") besondere und streng limitierte Abfüllungen an, die im normalen Handel nicht erhältlich und schnell vergriffen sind und darum recht schnell im Preis steigen. Das sind dann begehrte Sammlerstücke, die man gut als Wertanlage erwerben kann. Kauft also im Fall der Fälle gleich mehrere davon, damit ihr auch noch eine Flasche zum Genießen habt ;-)

Handy

Verlasst euch kommunikationsmäßig nicht auf schnelle Datenverbindungen nach deutschem Standard. Vor allem auf den Inseln und in den Highlands haben wir die Erfahrung gemacht, dass man mit viel Glück mal eine so stabile Netzverbindung hatte um ein Telefonat zu führen oder eine SMS zu senden - also GSM-Qualität. An Emails, WhatsApp, Skype oder Internet war gar nicht zu denken. Schnelle und stabile Datenverbindungen hatten wir aber grundsätzlich in der Nähe der größeren Städte wie Inverness oder Edinburgh.

Tipp: Auf den Campingplätzen kann man oft WLAN-Voucher kaufen, mit dem man dann einigermaßen schnell kommunizieren und surfen kann.

Geocaching

Natürlich ist auch Schottland mit Geocaches gut versorgt. Wir haben die Gelegenheit genutzt und die eine oder andere Dose besucht. Die Dosen selbst sind zwar nicht unbedingt spektakulär, aber in de Regel sauber und gut gepflegt. Wie meinte die Frau Neersianerin dazu so treffend: "Die Dosen sind mehr oder weniger einfach so in die Landschaft geworfen ... aber in was  für eine Landschaft - sensationell!". Und so wurden wir durch die Geocaches das eine oder andere mal - wie so häufig - an Orte geführt, die wir ohne entsprechende Dose wohl kaum besucht hätten.

Empfehlen möchten wir euch folgende Caches:

GC6346R Luss Water
GC2RJAN Kildalton Cross
GC2AY81 The Monument
GCPNMP ... find him a wife
GC2J7R9 Digging for Dynamite!
GC36PJR Nirvana 1: Heart Shaped Box
GC6AC9Y Edinburgh's Royal Mile

Tipp: Wir haben uns für jede Tagesroute jeweils eine PQ "entlang einer Route" zusammengestellt und mit auf's Navi geladen. So wussten wir jederzeit, welche Dosen in der unmittelbaren Nähe so rumliegen.

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