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Tag 5 - 1. Juni 2016 (Mittwoch)

Wetter: sonnig, 14°C. Heute steht der nördliche Teil der Insel auf dem Programm. Aber zuerst fahren wir in westliche Richtung, um zu sehen was sich hinter dem Namen Portnahaven verbirgt. Und unsere Neugier wird belohnt: Portnahaven ist ein bezaubernder kleiner Ort mit weiß gestrichenen Häusern und einer kleinen Bucht. Hier hätten wir uns gerne länger aufgehalten und wären noch etwas durch die Straßen geschlendert, aber schließlich konnten wir uns losreißen und fuhren die Straße zurück und stoppten als nächstes an der Bruichladdich-Destillerie. Was uns positiv auffällt: die einzelnen Shops sind von den Destillerien mit viel Liebe zum Detail und mit genauso viel Liebe zur eigenen Entstehungsgeschichte gestaltet. Es macht Spaß im Sortiment zu stöbern und der Herr Neersianer wird im Laufe des Urlaubs eine stattliche Anzahl an T-Shirts aus den verschiedensten Destillerien ansammeln.

Weiter geht’s zur kleinsten Destillerie auf Islay. Wieder fahren wir durch eine faszinierende Natur und erreichen die Kilchoman Destillerie, eine Farm, auf der mittlerweile Whisky produziert wird und die ihre eigene Gerste anbaut. Klein aber fein. Wenige Kilometer entfernt besuchen wir die Ruine der Kilchoman Church mit dem dazugehörigen Friedhof. Die alten Grabsteine studieren wir sehr interessiert, die Inschriften erzählen richtige Familiengeschichten.

Nun geht es weiter zum Finlaggan Castle, ein Ort von historischer Bedeutung für das schottische Inselreich. Hier lebte im Mittelalter der „Lord of the Isles“, der damalige Herrscher über die Hybriden und Teile der schottischen Westküste. Heute trägt Prinz Charles diesen Titel. Auch wenn nur einige spärliche Überreste zu sehen sind geben die Hinweistafeln ausführliche und anschauliche Erklärungen und man kann sich wirklich alles prima vorstellen. Wir schauen uns alles in Ruhe an, genießen das immer noch schöne Wetter (mittlerweile sind es schon wieder erstaunliche 21°C) und erfahren im Visitor-Centre von dem dort diensthabenden jungen Mann, dass er in Deutschland Kunstgeschichte studiert hat. Er schien sehr belesen und war gar nicht zu bremsen in seiner Begeisterung für die deutsche und schottische Geschichte.

Unsere Fahrt geht weiter zur Bunnahabhain-Destillerie. Hier sind wir erstmalig richtig enttäuscht: grau und trist präsentieren sich die Gebäude und der Shop ist ein winzig kleiner Raum, in den keine zehn Leute rein passen und dessen Regale lieblos mit Whiskyflaschen gefüllt sind. Auf unsere Frage nach einem Tearoom kam dann noch der passende Spruch des Verkäufers: „Wir können nur Whisky, keinen Tee!“ …

Da allerdings die Lage der Destillerie einfach nur traumhaft ist – wunderschön in einer Bucht gelegen mit tollem Blick auf Jura – entschließen wir uns den „Tee“, bestehend aus Cappuccino, Milchkaffee und Keksen, auf dem Parkplatz vor unserem Wohnmobil in der Sonne zu genießen. Herrlich – das ist Urlaub! Kurz halten wir noch an der Caol Ila-Destillerie, um das obligatorische Bild für’s Fotoalbum zu machen. Dann fahren wir zurück zum Campingplatz, da wir ja abends noch in den Pub gehen wollen.

Nach einer Portion Fish’n’Chips – unserer ersten – im Bistro am Campingplatz fahren wir mit den Fahrrädern zum Pub nach Port Charlotte. Ein Trio mit Gitarre und Akkordeon spielt schottische Musik und es ist rappelvoll. Und wer ist einer der beiden Akkordeonspieler? Unser Tourguide David aus der Laphroaig-Destillerie. Wir grüßen uns nett, holen uns an der Theke Guinness und Cider und suchen uns ein (Steh-)plätzchen im Gang. Die Drei spielen sehr gut, nach jedem Lied gibt es Applaus und die Stimmung ist bestens. Zwischendurch geht einer der Schotten nach vorne und trägt ein gälisches Gedicht vor oder singt eine gälisches Weise. Zu vorgerücker Stunde treffen wir doch tatsächlich vier deutsche Landsleute, die aus der Heimatstadt der Frau Neersianerin kommen – Krefeld. Die Welt ist doch ein Dorf! Fazit des heutigen Tages: Viele tolle Eindrücke und ein toller Abend im Pub zum Abschluss. Leider müssen wir morgen diese tolle Insel verlassen, aber für uns steht fest: Das war nicht unser letzter Besuch. Trotz der geringen Größe hat Islay viel Unterschiedliches (neben den zahlreichen Destillerien) zu bieten und hat uns in seinen Bann gezogen.

 

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